Frühsommer-Meningoencephalitis (FSME, engl. tick-borne encephalitis, TBE) oder im Volksmund Zecken-Hirnhautentzündung ist eine Virus-Infektion. Anders als der Name Frühsommer-Meningoencephalitis es vielleicht vermuten lässt, kann man sich nicht nur im Frühsommer mit dem Virus infizieren, denn Zecken beginnen schon bei einer Temperatur von etwa 10 Grad Celsius, aktiv zu werden.
Das FSME-Virus löst Erkrankungen aus, die mit grippeähnlichen Symptomen, Fieber und bei einem Teil der Patienten mit einer Meningoencephalitis - der Entzündung von Gehirn und Hirnhäuten -einhergehen. Da es sich um ein Virus handelt, lässt sich die Grunderkrankung nicht mit Antibiotika heilen, es ist nur möglich, einzelne Symptome zu lindern. Der einzige wirksame Schutz ist die Vorsorge durch die Schutzimpfung.
Übertragen wird die Krankheit durch den Stich einer infizierten Zecke. In Europa lassen sich - im Gegensatz zur Lyme-Borreliose - für die FSME flächenhafte Endemiegebiete abgrenzen. Unter Endemiegebieten (auch Risikogebiete genannt) versteht man lokal begrenzte Regionen, in denen in einigen aufeinanderfolgenden Jahren jeweils mehrere FSME-Erkrankungsfälle aufgetreten sind. Die Durchseuchungsrate der Zecken mit dem FSME-Virus schwankt je nach Risikogebiet und Nachweismethode zwischen 0,1 % und 5 %. Die Einteilung in Risikogebiet und Nichtrisikogebiet darf aber nicht dazu verleiten, außerhalb dieser Gebiete keine Infektionsgefahr zu vermuten, denn das Virus kann durch Verschleppung von infizierten Zecken (z.B. durch Vögel, Rehwild) auch in bisher virusfreie Regionen eingeführt werden. Die Wahrscheinlichkeit, nach einem Zeckenstich an einer FSME zu erkranken, ist nur sehr schwer abzuschätzen.